Montag, 30. Januar 2012

Kulturhauptstadt 2012 - Maribor

Ich weiß nicht, wieso ich immer wieder vergesse, dass ich von Wien aus in 1-2 Stunden in Graz bin und daher eine halbe Stunde später in Maribor
Marburg, die Stadt, die immer auf meinem Weg nach Kroatien oder Ljubljana liegt. Durch die eine „Stadtautobahn“ führt, sie Stadt, durch die man sich durchschlängelt, um möglichst schnell im Süden zu sein. Die dem Reisenden auf diesem Weg nichts Attraktives zeigt oder in den Weg stellt, um ihn vielleicht zu einem Zwischenstopp aufzuhalten – diese Stadt ist nun Kulturhauptstadt 2012.

Samstag, 7. Januar 2012

Das Phantastenmuseum in Wien

Ich möchte ja nicht in die  - von mir kritisierte - Angewohnheit verfallen und über alles und jedes zu schimpfen, aber manchmal bin ich schon auch angefressen. Noch vor Weihnachten war ich mit einer Freundin im Wiener Fantastenmuseum. Dem ginge es nicht besonders - hörte man.

Ich liebe die Wiener Schule des Phantastischen Realismus seit meinen Jugendtagen, Brauer, Fuchs, Hausner, Hutter -egal - man kann eigentlich stundenlang vor ihren Bildern stehen und immer wieder neue Details entdecken. Man kann über die Hintergründigkeit der Komposition diskutieren, sich fragen, welches Problem der Künstler ansprechen wollte oder einfach das Bild auf sich wirken lassen und genießen. - Und das sollte nicht gut besucht sein?? Unvorstellbar...
Wir machten uns an einem Sonntag nachmittag auf - und kamen so gegen 15:00 Uhr im Museum an. Die Außenbeschilderung ist nicht so schlecht, außerdem wußte ich dass ich ins Palais Palffy musste. Dort angekommen: die Kassa verwaist - 2 Mitarbeiter, die anscheinend eher konzentriert sind, Konzertkarten der üblichen Mozartkonzerte an Touristen zu verkaufen. Wir wollen ins Museum: Aha, gut. Es gibt die Karten auch bei ihnen zu kaufen. Auf die Frage nach einer Pressemitteilung bzw ob ich Fotografieren dürfte, ungläubiges Schauen. Pressemitteilung? Nee, Pressesprecher? nee - heute ist doch Sonntag. (Tipp: Man könnte einfach ein Stück Papier doch kopieren und für die "Wahnsinnigen", die an einem Sonntag mehr wissen wollen, doch vielleicht ins Kabäuschen legen..) Tipp der Kartenverkäufer: "Rufens halt am Montag den Geschäftsführer an, wenns was brauchen, die Nummer steht eh im Internet...."
Wir machen uns auf den Weg - in die höheren Stockwerke. Hier hört sich nun Beschriftung oder Auskunft ziemlich auf. Beim Eingang der übliche Museumsshop, den eine - ebenfalls an uns nicht sehr interessierte - junge Dame verwaltet.
Wir gehen durch die Ausstellung, die einen etwas lieblosen Eindruck macht, jedoch etliche Werke bietet, die man sich als Freund, Fan oder Interessierter trotz allem nicht entgehen lassen sollte. Sie sind es wirklich Wert sich Zeit zu nehmen und den Weg ins Palais Palffy zu finden. Wichtig auch zu wissen, dass sich die Exposition eher der jüngeren Generation der Fantasten verschrieben hat und nur wenige Bilder der "Großen 6" beinhaltet.
Weiterer Tipp für Besucher: Vorsicht bei den Toiletten - bei unseren Besuch war eine so verdreckt, dass sie nicht benutzbar war...
Beinahe verpassen wir einen Stock weiter untern die Sonderausstellung, die ebenfalls sehr schöne Bilder beinhaltet  (leider schon zu Ende).
Alles im allem: Wer Malerei liebt, wird auch hier die Kunst genießen können und schließlich geht es ja um die Kunstwerke und nicht das Ambiente und sonstige Ausstattung. Trotz alledem: die Wiener Schule des Phantastischen Realismus hätte sich ein bisschen mehr Fantasie und - so scheint es mir - auch Achtung verdient! Aber immerhin: es ist ein erster Schritt und vielleicht gibt es ja bald weitere Verbesserungen - Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut ...