Freitag, 19. Juli 2013

Filmkritik

World War Z

Mit dem Endzeitthriller „World War Z“ nimmt sich der Deutsch-Schweizer Regisseur Marc Forster (James Bond 007-Ein Quantum Trost) dem Subgenre des Zombiefilms an und läutet in Hollywood ein neues Zeitalter ein.

Wir befinden uns in der Gegenwart. Es bricht eine Krankheit aus die rasend schnell von Mensch zu Mensch länderübergreifend übertragen wird. Diese äußert sich in übermenschlicher Geschwindigkeit und unersättlicher Fresslust. In der Hauptrolle glänzt Brad Pitt (Troja) als ehemaliger UN Ermittler, der seiner Figur durch Souveränität und Liebe zu seiner Familie Leben einhaucht. Pitt alias Gerry Lane wird von seinem Ex-Boss Thierry Umutoni, gespielt von Fana Mokoena (Machine Gun Preacher), auf eine Schnitzeljagd gegen die Zeit geschickt. Er soll gemeinsam mit einem Team nach Hinweisen und dem Ursprung der Krankheit suchen um die Zombie Apokalypse aufzuhalten. Damit seine Familie eine Chance hat auf dem Evakuierungsschiff der US Navy bleiben zu können, macht sich Gerry auf nach Südkorea. Ein Ex-CIA Agenten, David Morse (The Green Mile), hat wichtige Informationen und die Reise geht weiter nach Israel. Dort folgt das Highlight des Films, 8.500 digitale und hungrige Zombies stürmen die riesige Schutzmauer Jerusalems und türmen sich wie Ameisen um diese Barriere zu bezwingen. Immer noch die Ruhe in Person und Selbstsicherheit versprühend beginnt sich in Lane ein Verdacht zu erhärten. Das Team muss erneut flüchten und rettet sich in eine Passagiermaschine, die sie nach Cardiff in Wales umleiten, da sich dort die letzte eventuell noch funktionsfähige medizinische Forschungseinrichtung der WHO befindet. Die Infektion breitet sich auch an Bord aus, somit stürzt das Flugzeug nahe dem Ziel ab. In der Zwischenzeit wurden Lanes Frau und deren Kinder in ein Flüchtlingslager nach Nova Scotia geflogen, da der Oberbefehlshaber annimmt, dass Gerry tot sei. Doch eine toughe israelische Soldatin und er überleben und verletzt schleppen sich die Beiden zu dem wissenschaftlichen Institut. Im Vergleich zum turbulenten und temporeichen Auftakt des Films, ist der Showdown eher ruhig und lässig aber trotzdem mitreißend gehalten. Mit wenig wirkungsvollen Waffen bewegen sich der felderprobte Ermittler und seine zwei mutigen Helfer, die Soldatin und der Chef der WHO Einrichtung, durch den Labor-Irrgarten. Vorbei an den wandelnden Toten, die sich, so lange niemand ein lautes Geräusch macht, in einer Art Stand-by-Zustand befinden und langsam vor sich hindümpeln. Wartend, ob Gerry das scheinbar Unmögliche schaffen kann, befinden sich die Kinobesucher im Wechselbad der Gefühle, zwischen fingernägelkauender Gespanntheit und willkommener Erleichterung, als er tatsächlich seine These durch einen Selbstversuch untermauert. Erleichtert und von Stolz geschwelter Brust schreitet er durch die von Zombies überlaufenen Gänge, völlig unbehelligt als wäre er unsichtbar und bringt der Menschheit die Chance sich zu wehren. Es folgt die Vereinigung der Familie und der Film endet mit den Worten, der Krieg hat gerade erst begonnen.

Dieses Zombie-Armageddon präsentiert sich mit neuen Perspektiven und Inhalten, dadurch hebt es sich von Seinesgleichen ab. Unterstützt durch 3D-Technik, CGI-Effekte, beeindruckende Panoramaaufnahmen, einer Menge an Statisten und nicht zu vergessen die Make-Up Artists, die ihre Arbeit, bei den schrecklich gruseligen Zombies, wirklich gut gemacht haben, ist World War Z auch rein optisch sehenswert und versetzt den Zuschauer vor der Leinwand in Spannung.

Fazit:

World War Z stellt sich als ein rätselhaftes, beängstigendes Zombievergnügen der neuen Art dar, welches durch sein furioses Tempo, einen fabelhaften Brad Pitt, beeindruckender Optik und Betrachtung politischer Weltstrukturen, ein ganz ungewöhnlicher Bestandteil eines solchen Genres, sogar zum Nachdenken anregt.

- by Barbara Wunsch -